Traurigkeit – mein Schlüssel zum Glück 2

Die Sprache des Lebens zu verstehen macht durchaus Sinn, denn wenn wir das nicht tun, wird das Leben deutlicher mit uns sprechen. Rückwirkend lässt es sich leicht für mich erkennen, was die Botschaft für mich war.

WIDERSTAND.

Doch auch hier der Reihe nach. In der Woche vor dem Tod meiner Mutter platze einer meiner Töchter der Reifen, ich schlug mir beim spazieren gehen einen Ast unter das Auge und ich legte mich so auf dem Eis ab, dass ich im ersten Moment dachte, „jetzt ist es aus“. In der Zeit wo es so stark geschneit hat musste ich ein paarmal das Auto im Ort stehen lassen und zu Fuß zu meiner Mutter hinunter gehen. Ich lag da also auf dem Eis und dachte nur „steh auf-steh auf“. Das gelang mir auch und irgendwie schaffte ich es zu meiner Mutter zu kommen, dort musste ich mich aber auf den Fußboden legen, weil ich einen Schock davon getragen hatte. Ich hatte großes Glück bzw. einen guten Schutzengel, oder noch präziser ich sollte auf etwas aufmerksam gemacht werden und ich sollte aber auch meiner Mutter weiter zur Verfügung stehen, so dass ich außer Prellungen und einer riesigen Angst, wieder irgendwo auszurutschen (die mich wochenlang begleitet hat), glimpflich davon kam. Als dann der Tag immer näher kam, da meine Mutter ihre Heimreise antreten würde, war es noch einmal für uns alle eine sehr gefühlsintensive Zeit und ich fühlte mich obwohl auch von Trauer erfüllt, sehr in Frieden, weil ich sich alles so gefügt hatte, wie es sich meine Mutter gewünscht hatte.

Da der Prozeß des Sterbens und Abschiednehmens etwas ganz intimes und persönliches von meinen Mädels und mir war, möchte ich deshalb an dieser Stelle auf Details verzichten. Nur soviel, ich bin so dankbar für diese Erfahrung, die ich niemals hätte machen können, wäre es mir nicht gelungen den Widerstand gegen die Pflege meiner Mutter zu überwinden und als Geschenk anzusehen.

Und ist es nicht normal, dass wir in unserer Gesellschaft Widerstände überwinden oder uns ihnen beugen? Das dachte ich bis dato auch. Doch das ist ein Irrtum. Als meine Mutter verstorben, der Arzt und auch der Bestatter dagewesen waren, mussten wir aufgrund der Umstände sofort mit dem Aufräumen und der Entrümpelung beginnen. Zu beschreiben, wie ich mich gefühlt habe, als ich die Sachen meiner Mutter, wie zum Beispiel die Bürste, mit der ich sie noch einen Tag zuvor gekämmt hatte, in den Müll werfen musste, würde nur ein blasser Abklatsch sein, von dem wie es mir damit ergangen ist. Ich hatte da sehr große Widerstände und emotional war ich mehr als einmal völlig daneben. Doch damit nicht genug. Um mich herum gab es weitere Konflikte, auf die ich nicht näher eingegen möchte, weil da andere Personen mit im Spiel gewesen sind und hier in diesem Blog geht es um mich und meine Erfahrungen und ich möchte soweit es möglich und nötig ist, andere Menschen, besonders jene die mir nahe stehen, nicht in Verlegenheit bringen oder in ein falsches Licht stellen. Hinzu kam das ich meiner Mutter am Sterbebett versprochen hatte, mich um ihre Katzen zu kümmern, was sich auch als eine nicht zu leicht zu bewältigende Herausforderung zeigte.

Mein Zusammenbruch zeigte sich wie folgt: Trauer, Schmerz und Überforderung, auch durch 2 Tage völlig ohne Schlaf, durch die Katzenaktion, gefolgt von einem weiteren Konflikt führten dazu, dass ich mich selbst verlor und nur noch irgendwie funktionierte. Ein Segen, dass ich während meiner Zeit im Circus gelernt hatte: „the show must go on“, so konnte ich meiner Arbeit auf dem Markt weiterhin nachgehen. (mehr zu meiner aktuellen Arbeit ein anderes Mal).

Erschwerend kam noch hinzu, dass ich das Leben nach dem Tod hinterfragte, weil meine Mutter, die eine sehr gläubige Frau war, mir in den letzten Tag eindeutig versicherte, da ist nichts, obwohl sie zuvor noch an die Allgegenwart Gottes gelaubt hatte. An dem Tag X, der die Wende einleutete, lag ich viele Stunden auf dem Bett und hatte jeglichen WIDERSTAND gegen Schmerz, Trauer, Hoffnungslosigkeit und auch Orientierungslosig aufgeben und ließ ALLES zu. Ich gab mich dem regelrecht hin. Ich konnte einfach nicht mehr. Mit dem was dann geschah, hätte ich niemals gerechnet und dieses Geschenk von innerem Glück und Anerkennung seiner selbst wird eines der Hauptthemen auf meinem Blog sein. Warum?, weil ich mich zum einen Ausdruck bringen muss, wie ich bereits in meinem ersten Beitrag geschrieben habe und weil ich Menschen schon immer helfen wollte. Ich bin der Meinung, dass gerade in der heutigen Zeit, es unabdingbar ist, sich nach innen zu wenden, um im Außen etwas bewegen zu können, denn wir sind uns ja wohl einig, das die Welt so wie sie sich uns gerade zeigt nicht zu unserem Wohlgefühl beiträgt. Fortsetzung folgt…

Ganz liebe Grüße und wie immer ganz viele Blumen aus meinem Herzen

Petra

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