Was haben Rauchen und gesunde Ernährung gemeinsam?

Der Raucher ist der Überzeugung, dass er die Zigarette braucht, um zu entspannen. Ich bin der Überzeugung, dass ich mich gesund ernähren sollte, um gesund und gut drauf zu sein. Beides sind Überzeugungen und dienen einem ganz bestimmten Zweck. Nun mag auf Dauer vielleicht das Rauchen krank machen und die Ernährung einen gesund erhalten, aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass gesunde Ernährung sowohl krank, als auch dick machen kann. Das Rauchen jetzt im Rückschluß gesund erhält, möchte ich jetzt so nicht stehen lassen, aber es gibt durchaus Exemplare, die rauchen und nicht krank sind.

Enscheidend ist jedoch, dass es beides Überzeugungen sind. Und Überzeugungen mögen zwar manchmal gut sein, aber in der Regel grenzen sie ein. Für mich war das lange Zeit so, dass ich glaubte nur wenn ich 100 % roh essen, vegan und bio, dann tue ich das richtige. Habe ich dagegen verstoßen, so kann das ja fatale Folgen haben. Außerdem fühlte ich mich dann wie ein Versager. Das ist keine gute Einstellung. Heute esse ich roh, weil ich es einfach liebe, das zu tun. Aber es kann heute genauso gut sein, dass ich mit Freude und Begeisterung eine Brezel esse und das tut mir dann mehr gut, als unter Zwang nur roh zu essen. Zumindest habe ich das für mich herausgefunden.

Ein Raucher wird sich sicherlich nicht als Versager fühlen, wenn er mal nicht raucht. Spaß muss sein. Ein Raucher befriedigt mit dem Rauchen ein Bedürfnis und da stellt dich die Frage, wie kann er dieses Bedürfnis auch ohne die Zigarette befriedigen, vielleicht gibt es da ja ein nette Variante. Der Körper braucht die Zigarette nicht, auch wenn uns das oft anders verkauft wird. Doch emotional da hängt der Raucher an dieser Zigarette. Diese Verknüpfung gilt es zu lösen. Ist auch machbar, wenn der Raucher das dann auch möchte.

Doch zurück zu meiner Ernährung. Sobald ich also etwas tue, nur um damit etwas bestimmtes erreichen zu wollen, hat Ernährung keinen Selbstzweck mehr und das ist nicht sehr empfehenswert. Heute tue ich es, weil ich es liebe und toll finde. Und genauso möchte ich das jetzt auch in anderen Lebensbereichen tun. Mir ist gerade heute bewusst geworden, dass ich die letzten Jahre sehr viel an mir gearbeitet habe. Keine Arbeit da draußen, sei es der Markt, die Arbeit als Coach oder auch das Betreiben meines Fitness Studios vor Jahren hat mich so viel Kraft und Anstrengung gekostet. Dafür kann ich heute sagen, dass die Lücke zwischen meinem Innen-Ich, das was ich bin und dem was ich als Außen-Ich lebe schon sehr viel kleiner geworden ist. Ganz angekommen bin ich da noch nicht, dass beides eins ist. Aber meine Überzeugungen und Glaubenssätze zeigen mir auf, wo ich stehe und in was für Schubladen ich mich noch immer packe.

Ich muss nicht Rohköstlerin sein, um roh zu essen. Ich bin Marktfrau an den Tagen, wo ich mit auf den Markt fahre, aber wenn ich jetzt gleich ins Training fahre, dann trainiere ich als Athletin. Ich bin alles das. Bunt. Und genauso sollte das Leben sein. Bunt und voller Freude, aber auch mit Momenten der Melancholie und Traurigkeit. Empfinde ich mein Leben als farblos, liegt das zu einem großem Anteil an meinen Überzeugungen, was ich darf, was ich bin, was ich tun sollte und was nicht.

Es gibt soviele Menschen, die können es kaum erwarten Feierabend zu haben, damit sie endlich das tun können, was sie wirklich wollen. Ja, es ist wichtig, das zu tun, was wir lieben, aber es macht auch Sinn, das zu lieben und gerne zu machen, was wir gerade tun. Wütend auf den Chef oder die Kollegen zu sein, nur weil wir Angst davor haben den Job hinzuwerfen wäre nicht fair. Denn es liegt an uns zu erkennen, dass unser Job uns all das ermöglicht, was wir gerade tun und wie wir leben. Also wo sind deine Überzeugungen und machen sie dein Leben bunt oder eher farblos?

Liebe Grüße Petra

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