Eine Reise zum Mond und zurück

Als ich vor 35 Jahren das erste mal ein Fitness Studio betrat, hätte ich mir nicht träumen lassen, wie kurven- und facettenreich mein Ernährungsweg verlaufen wird. Und wenn ich so zurückschaue, weiß ich trotz all meiner Ausbildungen und Jahre an Erfahrungen mit Klienten und vor allem mir selbst im Grunde überhaupt nichts. Allerdings glaubte ich immer wieder mal auf diesem Weg ganz genau Bescheid zu wissen, erhob mich über jene Unwissenden, die offensichtlich überhaupt keine Ahnung hatten.

Richtig spannend war es allerdings zu den Zeiten, als es noch kein Internet gab und aufwendig auch. Alleine der Aufwand den ich betrieben habe, um an Informationen rund um die Rohkost und vegane Ernährung zu kommen. Und heute „klick“ und schon hast du das wonach du gesucht hast.

Rückblickend kann ich sagen, dass ich mich an alle Ernährungsformen gewöhnt habe mit der Zeit. Mir ist gelungen über Wochen nichts zu essen. Da habe ich gefastet. Ich bin mit wenig Kalorien zu Recht gekommen, aber auch mit sehr viel. Ich habe mit wenig Kalorien zugenommen, bin mit gesunder Ernährung krank geworden, aber so richtig und habe mit viel Kalorien abgenommen. Natürlich hat bei all dem auch meine Tätigkeit und mein emotionaler Zustand ein Rolle gespielt, auch war es von Bedeutung, ob ich schwanger, eine stillende und sporttreibende Mutter war, ob ich Wettkämpfe bestritten habe, ob ich glücklich oder unglücklich war. Ob ich viel oder weniger Stress hatte. Gefühlt hatte ich den irgendwie immer, genauso wie zu wenig Schlaf. Als dreifache Mutter, die ein Fitness Studio betrieben hat, die sich ein Imperium aufgebaut und wieder zerstört hat. Klar waren es die Umstände, doch ich habe mich da ja irgendwie hineingebracht. Was ich eigentlich sagen möchte, wie soll da bitte schön irgend jemand wissen was für mich, meine Lebensumstände und meinen Körper gut und richtig ist?

Ich Trottel habe mich mit so vielen Ernährungsformen und Diäten beschäftigt, dass ich hier wahrlich einen Expertenstatus habe, was aber bei alledem verloren gegangen ist, und das habe ich doch in der Tat einmal richtig gelernt. Ist?

Wie funktioniert mein Körper? Die beste Diät der Welt nützt nichts, wenn du nicht weißt, wie dein Körper funktioniert und was er braucht. Und zwar dein Körper, bzw. in meinem Fall meiner. Jede Diät wird auf die eine oder andere Art Erfolg bringen, doch wie sehen die Menschen ein Jahr später aus? Oder drei Jahre später? Mir liegt so etwas am Herzen. Ich frage da nach. Ich selbst war bereits so dünn, dass ich wirklich wie magersüchtig aussah. Aber ich habe auch einmal aus mir zunächst unerklärlichen Gründen bei gesunder Ernährung bis auf 80 kg zugenommen und hatte alle Mühe das wieder loszuwerden. Die Ursache war emotionaler und mentaler Stress. Ich hatte mir ein „Sch….“ Muster zugelegt, was meine Biochemie völlig hat durchdrehen lassen. Dein Wunsch ist mir Befehl, so mein Körper.

Auf den Punkt gebracht, ich kann das jetzt beeinflussen, mit dem Ab- und Zunehmen. Was allerdings seine Zeit braucht, ist das Bindegewebe. Da ich über zwanzig Jahre extrem wenig Eiweiß, wirklich extrem wenig Eiweiß gegessen habe, zahle ich jetzt den Preis. Aber auch das wird, wenn auch recht langsam. Ich bin gespannt, was da noch geht.

Das war jetzt einfach mal so frei von der Leber weggeschrieben. Heute habe ich übrigens 2393 kcal gegessen. Es war auch Markttag, aber ich bin sauber geblieben. Bei der Wochenbilanz sind 1940 kcal rausgekommen. Etwas zu wenig. Ich wollte ja bei 2.200 kcal bleiben. Da wird das Gewicht zu schnell runter rutschen. Immerhin bin ich bei 3.600 – 3.800 kcal gestartet. Mal schauen, was die Waage am Sonntag sagt. Muskelkonturen kommen auch wieder etwas besser. Wieder ein spannende Reise.

Aber was hat das jetzt mit dem Mond zu tun? Ich komme mir manchmal vor, wie Siddhartha, zumindest, was die Ernährung angeht. Eine lange Reise und ich bin wieder da, wo ich begonnen habe. Nur weiß ich heute, dass ich nichts weiß, sondern jeder Tag anders ist. Und genau den einen gilt es zu erfahren. Nun ja, ein bisschen Ahnung habe ich dennoch, ich will mich jetzt ja nicht allzu schlecht da stehen lassen.

Liebe Grüße Petra

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