Wie oft am Tag verkaufst du dir ein schlechtes Gefühl?

Heute früh bin ich echt super gut drauf aufgewacht, und das obwohl ich meine Stunden an Schlaf leider wieder nur an einer Hand abzählen konnte, und dann verkaufte mir meiner innerer Kritiker doch tatsächlich ein so mieses Gefühl, dass sich nicht nur meine gute Laune in Luft auflöste, sondern mein ganzer Tag hinüber zu sein schien. Was war passiert? Ich habe ja vor einer Woche damit begonnen in ein Defizit zu gehen, was zunächst dazu geführt hat, dass ich am Sonntag 1,5 kg weniger gewogen habe, obwohl ich wirklich derzeit überhaupt nicht vorbildlich esse. Zumindest für meine Verhältnisse, aber ich esse nicht jeden Tag die gleiche Kalorienanzahl, weil ich an Markttagen einfach mehr essen muss. Ich ertrage dieses Jahr die Kälte überhaupt nicht, was auch kein Dauerzustand mehr ist, doch sehr zweckmäßig, denn Schmerz ist immer ein guter Antreiber.

Doch darum soll es jetzt nicht gehen. Es geht darum, dass heute eigentlich Wiegetag war und ich das hätte nicht tun sollen, denn es war gestern Markttag und nach diesen Tagen, besondern jetzt in der Kälte und dem langen Stehen und dem vielen Essen, wiege ich meist mehr und vor allem leidet meine Beinform darunter. Einen Tag später ist das wieder alles in Ordnung.

Was habe ich getan, mich gewogen und im Spiegel angeschaut und im Grunde war alles wie immer, was mir auch keine Probleme bereitet, doch heute hat sich dieser innere Kritiker, der es im Grunde ja nur gut mit mir meint im Spiegel versteckt und mir gesagt, dass ich „Sch…..“ aussehe. Und im Nu lief in meinem Kopf ein Verkaufsdialog ab. „Was musstest du auch gestern nach dem Markt wieder gleich Schokolade und Proteinbrownies essen, statt deine Powersuppe? Und dann noch diese zwei Brezel? So kann das alles nichts werden“ – Ich halte dagegen: „Das ist meine Sache, es ist kalt und ich bin genervt, meine Füße tun weh, weil ich die mega teuren, supershönen Schuhe, die eigentlich bequem sind eine Nummer zu klein gekauft habe, um darin zwei paar Socken anzuziehen, damit ich keine kalten Füße bekomme. Ich liege außerdem immer noch in meinen Kalorienbereich, die Wochenbilanz ist ganz genauso wie ich es geplant habe und meine Ernährung ist im Schnitt so gesund, wie es besser nicht sein kann. Und was heißt überhaupt alles?“

Und so weiter und so weiter. Doch es half nichts, ich habe zunächst nicht den Abschluß gemacht, sondern ließ mir von meinem inneren Kritiker etwas verkaufen, was ich nicht haben wollte. Ihr kennt das bestimmt, wenn man sich hat etwas aufschwatzen lassen und sich dann daheim ärgert.

Bei Ware kann man diese zurückgeben, bei einem Seminar oder ähnlichem muss man auch schon mal in den saueren Apfel beißen und den Preis bezahlen, selbst wenn man dann nicht hingeht und wenn es nur deshalb ist, weil man das Gesicht des Seminarleiters dafür nicht ertragen muss. Doch wie ist das mit einem negativen Gefühl? Kann ich das auch zurückgeben? Ja. Und genau das habe ich getan. Ich habe bemerkt, dass meine Laune in den Keller gerutscht ist und habe mich gefragt, was ich denn gerade gemacht, gesagt oder gedacht habe. Da war schnell klar, was passiert ist und ich habe STOP gerufen, und meinem Kritiker mitgeteilt, dass ich mir das jetzt nicht so einfach ungeprüft verkaufen lasse. Und nach einigem hin und her in meinem inneren Verkaufsdialog, habe ich den Abschluß gemacht und konnte meinen Tag mit einem guten Gefühl weiter in Angriff nehmen. Und wie ist es bei dir? Wer macht den Abschluß, wenn es darum geht sich selbst ein gutes oder schlechtes Gefühl zu verkaufen? Übrigens ist das gerade sehr gut, dass ich an Markttagen so leider, wirklich sehr gut. Warum? Darüber schreibe ich morgen.

Dir einen schönen Tag und liebe Grüße

Petra

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