Über Begeisterung und Gewohnheiten

Schreiben ist für mich eine Passion, ebenso wie Krafttraining und dennoch habe ich gestern festgestellt, dass mir  das Schreiben nicht so gut gelingt, wie es normal der Fall ist. Vielleicht liegt es daran, dass ich solange damit ausgesetzt habe, vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass ich diese Begeisterung und Freude am Leben, die ich in mir trage nicht mehr so zum Ausdruck bringen kann. So habe ich mir gestern ganz explizit die Frage gestellt, woran das wohl liegen kann? Mir ist klar und gerade gestern war das sehr offensichtlich, dass nichts im Außen daran etwas ändern kann. Es liegt an mir, in mir. Das ist eine Einstellungssache.

Ich tippe hier zwar Wörter in die Tasten, doch ich spüre, dass das nicht das ist, was ich eigentlich zum Ausdruck bringen möchte. Voller Entsetzen stelle ich fest, dass ich zu einem Menschen geworden bin, der ich nicht sein möchte. Das mag sich jetzt zwar schlimm anhören und jene die täglich mit mir zu tun haben, werden dies auch nicht verstehen können. Doch ich habe mir Verhaltensmuster angewöhnt, die sicherlich vor langer Zeit einmal notwendig waren, um zu überleben, um das Leben, die Umstände in denen ich mich befunden habe zu meistern. Doch jetzt sind sie nicht mehr sinnvoll und von großem Nutzen für mich. Leider sind auch Verhaltensmuster Gewohnheiten, wie Rauchen oder zuviel Essen. Weiterhin habe ich auch über die Jahre viele Lehrer und Trainer gehabt, die mich mehr auf meine Schwächen, denn auf meine Stärke hingewiesen haben, was dazu geführt hat, dass mein Fokus eben mehr bei diesen Schwächen lag. Sehr fatal.

Ein Trainer sollte die Stärken erkennen und fördern, denn wir müssen nun einmal nicht alles können. Andere wiederum wollten einfach nur Umsatz machen und ich in meiner Naivität und auf der Suche nach einer schnellen Lösung bin den vielversprechenden Aussagen auf den Leim gegangen. Auch das hatte seine Preis. Nichts geht von heute auf morgen und im Grunde weiß ich das sehr gut. Doch aufgrund der Umstände in denen ich mich befunden habe, hatte ich Druck und wollte das Blatt schnell wenden. Jetzt gehe ich einiges anders an. Allerdings gibt es da noch einen Faktor, den zu verändern ich mich doch noch sehr schwer tue. Wir werden leider zu den Menschen, mit denen wir uns umgeben und wenngleich der Kreis dieser Menschen bei mir sehr überschaubar ist, so  habe ich mich gerade in den letzten Jahren sehr von mir entfernt. Mit meinem Körper fühle ich mich wieder sehr wohl, der schnurrt wie ein Kätzchen oder wie ein perfekt laufender Motor. Er nimmt ab, wie ich will, nimmt zu, wie ich will und jetzt geht er bereitwillig mit mir den Weg wieder ein paar Kilo nach unten. Ich nähre ihn dafür gut und trainiere. Fertig. Mit dem Schlaf kann es noch besser werden. Da läuft es mal mehr mal weniger gut, was aber vor allem daran liegt, dass ich ähnlich wie ein Schichtarbeiter keinen Rhytmus habe. Auch daran arbeite ich.

Ich mit Menschen zusammen, die nicht vor Lebenfreude sprudeln und ohne es zu bemerken, habe ich mir da ein paar Verhaltensmuster übergestülpt, die mit mir überhaupt nichts zu tun haben. Das zu ändern ist ebenfalls wieder das Aufgeben von Gewohnheiten und das Erlernen von neuem. Da ich gerade ständig ein anderes Auto fahre, unter anderen auch einen Automatikwagen, muss ich mich permanent umstellen, und auch wenn ich mich sogar nach und nach an die verschiedenen Fahrzeuge gewöhne, ist es nicht das Gefühl, dass ich mit meinem eigenen Auto hatte. Und genauso geht es mir gerade in meinem Leben. Ich befinde mich gerade in allen Lebensbereichen in Veränderungsprozessen und fühle mich nirgendwo so richtig angekommen, aber das alte geht halt auch nicht mehr.

Und da habe auch ich als Trainer Phasen, wo ich einfach keine Lust mehr habe, nicht mehr weitermachen möchte, mir dieses sich ewige Verändern müssen dermaßen aus dem Hals raus kommt, dass ich am liebsten alles in die Ecke werfen würde. Leider geht das nicht, zumindest für mich nicht.

Ich habe auch keine Ahnung, ob das Sinn macht dies hier niederzuschreiben, ich tue es dennoch, ich sehe es als eine Verpflichtung mir selbst gegenüber. Und vielleicht profitiert der ein oder andere Leser ja irgendwann mal davon.

Einen schönen Tag eure Petra

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